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Gesundheits- und Krankenpfleger/in |

„Das Krankenhaus fühlt sich wie eine coole Familie an“

Pflegekräfte sind die Schaltstelle zwischen Ärzten und Patienten, sagt Moritz Commichau. Dafür bräuchten sie Empathie und Geduld.

Name: Moritz Commichau
Alter: 23 Jahre alt
Ausbildung: Gesundheits- und Krankenpfleger, 3. Lehrjahr
Ausbildungsort: St. Marien-Krankenhaus Berlin

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich arbeite viel als unterstützende Kraft für die unterschiedlichen Berufsgruppen auf den Stationen. Man ist eine Art Verbindungsglied oder auch Schaltstelle vor allem zwischen Ärzten und Patienten. Gerade im 3. Lehrjahr, wo man schon ein bisschen mehr Erfahrung hat, kann man sich bereits gut in die Situation der Pflegefachkräfte hineinversetzen, aber auch noch in den Alltag der ganz Jungen wie zum Beispiel der Praktikanten. Inzwischen nehme ich mich selbst der Praktikanten an. Das ist sehr schön.

Wo siehst du dich nach dem Examen?

Ich sehe mich in Teilzeit in der Pflege arbeiten und parallel dazu lernen, um eine Zusatzqualifikation zu erwerben. Vielleicht werde ich auch neben dem Beruf studieren. Die Ausbildung in der Pflege ist ein gutes Sprungbrett. Die sozialen Skills und das Fachwissen eröffnen einem viele Möglichkeiten. Zum Teil lernt man im Verlauf der Ausbildung auch Dinge, wo man erst später sieht, welche Türen einem offen stehen. Ich könnte mir später vorstellen, zu unterrichten, eventuell in einer Pflegeschule. Aber vielleicht mache ich auch etwas ganz anderes.

Warum sollten sich Schüler für den die Ausbildung entscheiden?

Mein Großvater ist 92 und wird immer pflegebedürftiger. Er sagt, Empathie ist das wichtigste. Ich weiß, der Begriff wird in der Pflege eher inflationär genutzt, aber er hat Recht, es ist wichtig, sich in Patienten hineinversetzen zu können. Wenn man das gut kann und Freude daran hat, andere Menschen kennenzulernen und auch sich selbst besser kennenzulernen, dann ist man hier richtig. Ich habe in der Ausbildung viel physiologisches und medizinisches Wissen vermittelt bekommen und merke wie ich das in den Alltag mitnehme. Manchmal sitze ich in der U-Bahn und schaue jemanden an und denke mir: ‚Ich glaube, ich weiß, was der hat‘. Man bekommt Einblicke in unglaublich interessante Lebensgeschichten. Ich sehe es zum Beispiel als großes Geschenk an, jeden Tag von den Patienten etwas Privates zu hören. Gerade hier im St. Marien-Krankenhaus fühlt es sich an wie eine coole Familie und ich finde es toll, herzukommen und jeden Tag Leute zu treffen, die ich gut kenne.

Was sollte man mitbringen?

Wenn man gern im Team arbeitet, kann man hier viel lernen, auch fürs Leben. Das spricht für den Beruf und warum man sich dafür entscheiden sollte. Und wenn man eh schon neugierig ist, mehr über den Menschen zu wissen, kann man hier viel dazulernen.

Was fällt dir schwer an deinem Berufsalltag?

 Schwer fällt mir der Stress. Der war am Anfang nicht so groß, weil ich noch eine Art Welpenschutz hatte. Jetzt sind die Erwartungshaltungen größer. Damit lernt man aber auch umzugehen. Das wurde mir hier gezeigt. Es wird erwartet, dass ich das Arbeitspensum bewältige und dabei freundlich bleibe. Für die Patienten ist alles neu und man muss Geduld haben. Wir haben als Pfleger einfach auch eine beratende Funktion, ähnlich wie ein Lehrer. Der muss schließlich auch Dinge mehrfach erklären und geduldig bleiben.

Und die Schichtarbeit, kommst Du damit gut zurecht?

Ich habe viele Hobbies. Die muss ich gut planen, aber auch das geht in der Pflege ganz gut, weil die Dienstpläne in der Regel Monate im Voraus geschrieben werden und man auch mitentscheiden kann. Daher ist der Schichtdienst für mich kein Problem. Vor allem finde ich es toll, wenn man um 14 Uhr Feierabend machen kann und schon 8 Stunden gearbeitet hat

Was möchtest du noch zur Ausbildung ergänzen?

Das St. Marien-Krankenhaus ist ein sehr familiäres Haus und hat einen ganz guten Stand in Berlin. Ich habe vorher ein Praktikum gemacht und fand das auch sehr wichtig. Viele haben bei uns die Ausbildung angefangen und frühzeitig abgebrochen. Die kamen nicht einmal bis zur Praxis, was ich sehr schade finde, da der Beruf zum größten Teil aus der Praxis besteht. Es lohnt sich reinzuschnuppern und vorher zu schauen, ob einem die Arbeit liegt, ob man bestimmt Dinge anfassen kann, ob man bestimmte Gerüche ertragen kann und ob man sich einfach in dem Haus wohlfühlt. Ich würde es jedem raten, der eine Ausbildung in der Pflege absolvieren möchte, sich bewusst für zwei oder auch vier Wochen in ein Praktikum zu begeben und alle Sinne entscheiden zu lassen. Das ist keine Entscheidung, die man allein aus dem Bauch heraus treffen sollte.

Mehr Infos über Moritz' Ausbildungsstelle findest du hier.

Willst du auch hier arbeiten? Hier findest du das Stellenangebot.

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