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Erzieher/in |

„Ich mag das Unvorhersehbare“

Die Ausbildung zur Erzieherin ist sehr vielfältig, sagt Anita Surkic. Wer keine festen Strukturen mag, könne in die offene Kinder- und Jugendarbeit gehen.

Name: Anita Surkic
Alter: 45
Ausbildung: Berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin, 2. Ausbildungsjahr
Ausbildungsstätte: Eine Jugendeinrichtung in Berlin-Neukölln  
Fachschule:
Stiftung SPI
Fachschulen, Berlin

Was ist deine Motivation, Erzieherin zu werden?

Ich liebe Herausforderungen und habe Interesse an Jugendkulturen. Außerdem mag ich das Unvorhersehbare in der offenen Jugendarbeit. Erfahrungen und Methoden, die ich als Künstlerin mitbringe, möchte ich weitergeben und im besten Fall das Selbstvertrauen Junger Menschen fördern.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Montags und mittwochs gehe ich zur Schule.
Der Rest der Woche in der Einrichtung ist sehr abwechslungsreich. Ich plane und führe unterschiedliche Angebote durch. Im Moment biete ich zum Beispiel  Angebote aus dem kreativen Bereich, Kunst und dem Textildesign an. Wir bieten auch Kooperative Spiele an, gestalten ein interessantes Ferienprogramm, machen Ausflüge und sind offenes Ohr für die Belange und Probleme der Kinder und Jugendlichen. Beziehungsarbeit ist in unserer Arbeit sehr wichtig. Montags unterstütze ich Kollegen, die Lagefeuer und Stockbrot anbieten. Es macht sehr viel Spaß,  mit den Kindern draußen zu sein.
Alle aus dem Team nehmen an unterschiedlichen Arbeitsgruppen und Fortbildungen teil. So kommen wir in Austausch und Kontakt mit Kollegen aus anderen Einrichtungen und erweitern unsere Kompetenzen. Das gehört auch zu unserem Arbeitsalltag.

Warum sollten sich Schulabgänger/innen für den Beruf entscheiden?

Die Erzieherausbildung ist sehr vielfältig. Durch Hospitationsarbeit habe ich einen Einblick in viele verschiedene Arbeitsfelder gewonnen. Wer gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeitet und sich nicht auf die festen Strukturen einer Kita einlassen möchte, der sollte in die offene Kinder- und Jugendarbeit gehen. Ich finde es gut, wenn Menschen schon einen Beruf gelernt haben. Sie bringen dann Erfahrung und Reife mit.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

So genau kann ich das gerade noch nicht sagen. Ich freue mich auf die Inhalte in der Naturpädagogik. Da sehe ich mich auch weiterhin. Ich würde mich gerne in dem Bereich der Erlebnis- oder Wildnis-Pädagogik weiterbilden. Es wäre schön, die Kinder und Jugendlichen mehr für die Natur zu begeistern.
Als Künstlerin sehe ich mich auch in 10 Jahren noch.

Was ist dir anfangs schwergefallen?

Ich musste einen neuen Rhythmus finden. Früher habe ich selbständig gearbeitet und mir meine Zeit selber eingeplant. Jetzt muss ich mich an feste Zeiten in der Schule halten. Durch den festen Job kommen meine Kunst und Verabredungen mit Freunden etwas zu kurz. 

Was ist dir leichtgefallen?

Ich bin sehr zufrieden mit der Schule und mit meinen Kollegen. Die Schule fällt mir leicht. Man lernt dort sehr viele abwechslungsreiche Methoden. In unserer Gruppe bringen alle tolle Beiträge sowie kritisches Denken mit. Wir tauschen uns sehr viel aus. Die Kinder- und Jugendarbeit fiel mir leichter, als ich dachte. Vielleicht auch, weil ich dort schon Erfahrungen gesammelt hatte.

Wo liegen deine Stärken und welche Qualifikationen bringst du mit?

Ich bringe eine Menge Kreativität, Offenheit und Flexibilität mit und arbeite gerne im Team. Außerdem tausche ich mich gerne mit Kindern und Jugendlichen aus. Das bereichert mich einfach. Weil ich aus dem künstlerischen Bereich komme, kann ich die Themen der Welt künstlerisch bearbeiten sowie gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zu vielen Themen Zugang schaffen. Es ist schön, benachteiligten Kindern und Jugendlichen Räume zu geben, sich zu selbstbewussten, kreativen sowie kritischen und querdenkenden Menschen zu entwickeln. Kunst und Musik können das.

Was hast du vor deiner Ausbildung gemacht?

Ich habe im Bereich der kulturellen Bildung, Malerei und Zeichnung gearbeitet und habe mit meinen Kolleginnen eine tolle Ausstellung kuratiert. In Berlin habe ich außerdem den Masterstudiengang ‚Kunst im Kontext‘ absolviert. Ich wollte immer mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen arbeiten und Kunst mit Gesellschaft verbinden. Bei unterschiedlichen Kunstprojekten mit Kindern und Jugendlichen habe ich Einblicke in die Kinder- und Jugendarbeit gewonnen. Außerdem bin ich als Kind Pfadfinderin gewesen. Daraus leitete sich meine Entscheidung für ein naturpädagogisches Profil ab.

Das Interview führte Johannes Hub   

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