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Gesundheits- und Krankenpfleger/in |

„Es gibt viele abwechslungsreiche Tätigkeiten im Klinikalltag“

Maximilian Kanwischer will sich zum Intensiv- und Anästhesie-Pfleger weiterbilden lassen. Er sagt, in der Medizin sei es kaum möglich, auf der Stelle zu treten.

Name: Maximilian Kanwischer
Alter: 26
Ausbildung: Gesundheits- und Krankenpfleger, stellvertretende Stationsleitung Intensivstation in den Havellandkliniken Nauen, Praxisanleiter, Gastdozent in der Pflegefachschule  
Ausbildungsstätte: Havelland Kliniken
Berufsfachschule: Ernst von Bergmann-Klinikum Potsdam

Was hat dich zu deiner Ausbildung motiviert?

Es ist der Klassiker: Ich helfe gerne anderen Menschen. Auf der Intensivstation kann man einen Verlauf sehen: Schwerstkranke Menschen verlassen in einem deutlich verbesserten Zustand unsere Station und können nach der Reha in ihr früheres Leben zurückkehren. Mich reizt auch die Diagnostik. Was haben die Patienten überhaupt? Die kommen mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit oder Brustschmerzen und wir wirken an der Diagnostik und der Therapie mit. Das ist der Anreiz.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich arbeite in drei Schichten, begleite die morgendliche Körperpflege und die Versorgung. Wir reichen die Pillen, begleiten die Patienten zur Diagnostik, zum Computertomographen, zum Röntgen, legen Katheder. Zwischendurch können Notfälle aus der Rettungsstelle reinkommen und wir müssen reanimieren.

Was macht eine stellvertretende Stationsleitung?

Ich plane die Dienste mit, gestalte den Organisationsablauf der Station mit und unterstütze die Stationsleitung beim Aufbau einer weiteren Intensivstation. Ich muss mich auch um fehlende Dienste kümmern, wenn jemand krank geworden ist.

Wie sieht deine Arbeit als Gastdozent aus?

Die Schule fragt mich dazu an. Ich habe den Schülern gezeigt, wie man eine Trachealkanüle legt, wie man Patienten pflegt oder wie man absaugt. Wir machen auch Selbstversuche: Wie fühlt sich ein Patient, der beatmet wird? In der neuen Pflegefachschule nutzen wir Pflegekabinette mit Puppen zum Üben.

Warum sollten sich Schulabgänger für deinen Beruf entscheiden?

Man muss ganz klar sagen: Wer dieses Helfersyndrom hat, sollte sich unbedingt um den Beruf bewerben. Es gibt viele abwechslungsreiche Tätigkeiten im Klinikalltag. Man stagniert nicht, weil sich die Medizin ständig weiterentwickelt. Oder man verlässt die Klinik und wird zum Beispiel Lehrer an der Berufsfachschule.

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

In zehn Jahren möchte ich eine Fachausbildung zum Intensiv- und Anästhesie-Pfleger abgeschlossen haben.

Du bist sehr jung und hast schon eine leitende Position. Wie planst du deine Karriere?

Das war nicht geplant. Ich habe vorher in der Psychiatrie gearbeitet und wollte Fachpfleger auf der Intensivstation werden. Die Stelle war dann ausgeschrieben und ich wollte mehr Verantwortung übernehmen. Ausschlaggebend war wohl, dass ich bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ehrenamtlich Führungserfahrungen gesammelt hatte.

Was ist dir anfangs schwergefallen?

Kaum etwas. Die Körperpflege nach den korrekten Richtlinien durchzuführen, das Auswendiglernen in der Anatomie. Ich bin eher praktisch veranlagt, weniger theoretisch.

Was ist dir leichtgefallen?

Ich hatte durch das Ehrenamt schon Berührung mit der Medizin. Therapie und Diagnostik sind mir leichtgefallen.

Wo liegen deine Stären? Welche Qualifikation bringst du ein?

Ich glaube, die liegen in der Kommunikation mit dem Team. Ich bin gegenüber meinen Kollegen sehr hilfsbereit.

Was hast du vor deiner Ausbildung gemacht?

Ich habe Abitur gemacht und danach ein halbes Jahr im Rettungsdienst gearbeitet. Dann bin ich direkt in die Ausbildung gegangen. Ich habe während der Schulzeit drei Praktika gemacht, davon eines bei der Havelland Klinik.

Wie funktioniert bei Euch die Zusammenarbeit?

Wir sind ein junges Team in dem die Chemie stimmt. Dadurch, dass wir sehr schwere Fälle bekommen, können wir nur als interdisziplinäres Team arbeiten. Wenn da eine Schraube wackelt, ist es schlecht für den Patienten. Hat einer eine Lücke, füllt ein anderer sie aus. Die Ärzte hören auf uns und wir hören auf die Ärzte.

Könnt Ihr eure Hobbys und Eure Freizeit ausreichend planen?

Es gibt die Möglichkeit, Wunschdienste einzutragen. In 90 Prozent der Fälle können wir die auch einrichten. Manchmal klappt es aus organisatorischen Gründen aber auch nicht. Man kann dann immer noch probieren zu tauschen. Wir sind da sehr kollegial miteinander. Man muss zwar auch am Wochenende arbeiten, dafür hat man aber unter der Woche auch mal frei. Ich selbst engagiere mich im Ehrenamt, bin verheiratet und habe ein Haus gebaut. Es funktioniert schon, aber es ist schwierig, eine gute Balance zu finden und dem Körper die nötige Ruhe zu gönnen. Meine Familie unterstützt mich dabei.

Mehr Informationen über Maximilians Arbeitgeber findest du hier.

Willst du auch dort arbeiten? Hier findest du das Stellenangebot.

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