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Erzieher sind keine autoritären Lehrer

Eine offene Haltung und Neugier sind wichtig, wenn man mit Kindern arbeitet, sagt Annegret Lauffer. Denn Erzieher müssen sich ständig auf neue Situationen einstellen. Interessenten rät die Schulleiterin, sich vorher gut über das Berufsbild zu informieren.

Name: Annegret Lauffer
Alter: 49 Jahre
Ausbildung: Erziehungswissenschaftlerin (Diplom) mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung 
Arbeitgeber: Pestalozzi-Fröbel-Haus 
Position: Schulleiterin an der Fachschule für Sozialpädagogik

Was raten Sie Leuten, die sich für den Beruf interessieren?

An unserer Fachschule für Sozialpädagogik bilden wir Erzieherinnen und Erzieher aus. Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte sich zunächst gut informieren. Das geht zum Beispiel über unsere Webseite. Dort finden Schulabgänger Informationen über mögliche Arbeitsfelder, Ziele und Inhalte der Ausbildung sowie Zugangsvorrausetzungen. Interessenten können außerdem einen Termin mit unserer Schulsekretärin vereinbaren, die potenzielle Bewerber am Telefon oder in einem persönlichen Gespräch berät. 

Welche Eigenschaften müssen Azubis mitbringen?

Azubis sollten Spaß am Lernen mitbringen, denn in diesem Beruf lernt man nie aus. Sie sollten Freude daran haben, mit Menschen zu arbeiten. Wichtig ist auch eine offene, neugierige Haltung. Erzieherinnen und Erzieher sind keine autoritären Lehrer mit festem Lehrplan. Sie begleiten die Kinder beim Lernen und müssen ständig auf unerwartete, überraschende Situationen reagieren.

Worauf legen Sie bei Bewerbungen wert?

Es ist uns wichtig, dass Bewerberinnen und Bewerber Praxiserfahrung mitbringen. Auch die Noten spielen eine Rolle – nicht nur, aber auch im Fach Deutsch. Um Erzieher zu werden, müssen Bewerber die entsprechenden Sprachkenntnisse mitbringen. Noch entscheidender ist aber die Motivation. Wenn uns ein Bewerber vermittelt, dass er wirklich überzeugt von seiner Berufswahl ist, wollen wir ihm eine Chance geben. In diesem Fall sind mangelhafte Sprachkenntnisse zweitrangig. Für diejenigen, die nicht perfekt Deutsch sprechen oder Probleme im schriftlichen Ausdruck haben, bieten wir parallel zur Ausbildung Nachhilfestunden an. Einen wichtigen Eindruck hinterlässt auch das Anschreiben. Hier prüfen wir vor allem, ob der Bewerber sich Mühe gegeben hat. Es lohnt sich, vorher an einem Bewerbungstraining teilzunehmen, wie es zum Beispiel die Jugendberufsagentur anbietet.

Womit können Kandidat/innen im Bewerbungsgespräch bei Ihnen punkten?

Wir führen mit Bewerberinnen und Bewerbern nur Gespräche, wenn die schriftliche Bewerbung noch nicht ganz überzeugt hat. In den Gesprächen versuchen wir gemeinsam mit den Interessenten herauszufinden, ob eine Ausbildung in Frage kommt oder ob die Bewerber erst noch an bestimmten Fähigkeiten arbeiten müssen. Teil des Gesprächs sind auch kleine Übungen zum Leseverständnis und im schriftlichen Ausdruck. Danach entscheiden wir gemeinsam mit den Kandidaten, was das Beste für sie ist.

Was sind für Sie die Ausschlusskriterien?

Formale Ausschlusskriterien sind Einträge im Führungszeugnis sowie ein mangelhafter Notendurchschnitt. Bewerber brauchen unbedingt den mittleren Schulabschluss, sonst können wir sie nicht aufnehmen. Wer einen Ausbildungsplatz möchte, sollte schon in Klasse neun darauf hinarbeiten.

Warum sollen sich Schulabgänger/innen für eine Ausbildung bei Ihnen entscheiden?

Unsere Ausbildung ist sehr breit angelegt. Das hat den Vorteil, dass Azubis in den ersten zwei Jahren vieles erproben können. Schwerpunkte sind im ersten Jahr Kleinkinder, im zweiten Jahr Kinder im Grundschulalter, Jugendliche sowie junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Im dritten Jahr können die Studierenden dann einen Schwerpunkt wählen und das Gelernte vertiefen. Davon abgesehen ist Pädagogik ein wunderbares und sinnstiftendes Arbeitsgebiet. Die Aufgabe, junge Menschen und Kinder bei ihrem Weg ins Leben zu unterstützen, ist erfüllend. Als Schulleiterin und Lehrerin finde ich es sehr schön, die Zufriedenheit mit dem Job auch in den Gesichtern unserer Absolventen zu sehen.

Interview: Birke Carolin Resch

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