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Altenpfleger/in |

Vom Tischler zum Altenpfleger

Nach einem Unfall konnte Dirk Gerstenberg nicht mehr als Tischler arbeiten. Er wagt den Sprung vom Praktikum zur Vollzeitausbildung als Altenpfleger. Heute zählt er in seiner Berufsschulklasse zu den ältesten, doch über seinen Berufswechsel könnte er nicht glücklicher sein.

Name: Dirk Gerstenberg

Alter: 44

Ausbildung: Vollzeitausbildung zum Altenpfleger in 3 Jahren

Arbeitgeber: Vitanas Senioren Centrum Märkisches Viertel

Berufsfachschule: Vitanas Akademie gGmbH

Was ist deine Motivation den Beruf zu ergreifen? 
Vor 10 Jahren habe ich noch als Tischler gearbeitet. Aus gesundheitlichen Gründen wurde mir damals ein Spenderorgan transplantiert und plötzlich konnte ich nicht mehr als Tischler arbeiten. Ein Wendepunkt in meinem Leben der mich vor eine schwierige Situation stellte und mich mit der Frage konfrontierte: Was mache ich jetzt?! Durch meine Familie kam ich zu einem Praktikum im Vitanas Senioren Centrum Märkischen Viertel. Ich merkte schnell, dass ich gegenüber den Bewohnern keine Berührungsängste hatte und an der Arbeit mit viel Spaß dabei war. Nach dem Praktikum ergriff ich die Eigeninitiative und fragte bei der Pflegedienstleitung nach, ob ich in die Altenpflegeausbildung einsteigen darf. Kurze Zeit später begann ich erneut eine Vollzeitausbildung. Obwohl ich schon älter bin, habe ich diesen Schritt bis heute nicht bereut. Ich kann heute von mir sagen: Hätte ich früher gewusst, dass der Beruf des Altenpflegers so viel Spaß macht, hätte ich niemals etwas anderes gelernt.


Wie sieht dein Ausbildungsalltag aus? 
In der Vollzeitausbildung zum Altenpfleger haben wir Theorie- und Praxisphasen. Eine Phase streckt sich immer über mehrere Wochen. Den theoretischen Ausbildungsteil lege ich an der Vitanas Akademie ab. Ich muss sagen, dort haben wir super Lehrer -sie vermitteln den Stoff praxisnah. Wenn ich in der Praxis bin und zur Arbeit komme, dann beginnt der Arbeitstag oder die Nacht mit einer Übergabe. Unter den Kollegen teilen wir uns die Arbeiten auf und wenn der Eine oder Andere mit seinen Aufgaben fertig ist, dann wird beim Kollegen mit angepackt. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und Teamwork ist super wichtig.

Warum sollen Schulabgänger/innen sich für Deinen Beruf entscheiden? Ich empfehle jedem, vor der Entscheidung die Altenpflegeausbildung zu beginnen, ein Praktikum in der Pflege zu absolvieren. Nicht jeder ist dafür geeignet, aber das findet man schnell für sich heraus. Es ist wichtig, dass man keine Berührungsängste hat ältere Menschen zu unterstützen und ihnen eine helfende Hand zu sein.


Wo siehst du dich in 10 Jahren? 
Das kann ich derzeit nicht beantworten. In der Altenpflegeausbildung sollen wir Praktika absolvieren. Eines davon werde ich in Kürze in einem Krankenhaus ablegen. Ich freue mich auf die neue Arbeitsumgebung und bin gespannt welchen Einblick ich in den Klinikalltag bekomme. Vielleicht werde ich dann den Wunsch haben in 10 Jahren in einem Klinikum zu arbeiten, was mit meiner Ausbildung dann gut möglich ist, aber da lasse ich mich überraschen.

Was ist dir anfangs schwergefallen?  
Nach vielen Jahren Werkstattarbeit plötzlich wieder in die Schule zu gehen, war anfangs nicht leicht. In der Vitanas Akademie gehören Vorträge halten und auch Rollenspiele zu den Lernmethoden, das fiel mir anfangs nicht leicht, weil ich das aus früherer Schulzeit und Ausbildung nicht kannte. Noch heute bin ich aufgeregt vor der Klasse zu sprechen, aber das hat sich gebessert und geht nun leichter.

Was ist dir anfangs leicht gefallen? Was macht dir bei deiner Ausbildung am meisten Spaß? 
In meiner Klasse bin ich fast der Älteste, aber hier ist die Altersstruktur bunt gemischt und alle kamen von Beginn an gut miteinander zu recht. Da gab es keine Schwierigkeiten in der Klasse anzukommen. Allgemein komme ich gerne in den Kontakt mit älteren Menschen um auch ihre Lebensgeschichten zu hören. Wir sind alle nur Menschen und unsere Bewohner auch, nur eben etwas älter. Darum habe ich keine Berührungsängste. Fast täglich kommen wir mit Wunden aller Art in Berührung, aber selbst bei den Wundbehandlungen habe ich keine Scheu. Das Arbeiten am Menschen ist nicht leicht, aber ich freue mich, wenn ich unseren Bewohnern helfen kann und sie sich wieder wohlfühlen und ich als kleines Bonbon ein Lächeln zurückbekomme.

 

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