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Notfallsanitäter/in |

Trotz Stress der beste Beruf der Welt

Marc Rudolf wusste schon früh, dass er Rettungssanitäter werden will. Gewissenhaft stellt er sich der Verantwortung und kann sich später selbst einmal vorstellen Ausbilder zu werden.

Name: Marc Rudolf

Alter: 20

Ausbildung: Notfallsanitäter

Ausbildungsstätte:
Johanniter Unfallhilfe

Was ist deine Motivation den Beruf zu ergreifen?
Wenn ich ehrlich bin, hatte ich keine andere Wahl als diesen Beruf zu ergreifen, da ich schon von klein an viel mit Erster-Hilfe, Notfallmedizin und dem Rettungsdienst zu tun hatte. Also kann man sagen, ich wurde quasi in diese Sparte "hineinerzogen" und ich könnte nicht glücklicher darüber sein. Seit der Grundschule bin ich bei den Johannitern und kam dort schon früh als "Ersthelfer von morgen" mit den Grundlagen der Ersten-Hilfe in Kontakt. Seitdem bin ich diesen Weg immer weiter gegangen und habe dann mit 16 Jahren meinen Sanitätshelfer und mit 18 Jahren dann meinen Rettungssanitäter gemacht. Der Notfallsanitäter war also der nächste logische Schritt. Für mich ist es eines der besten Gefühle einem Menschen in einer Notlage zu helfen und zu spüren, welch ein Vertrauen er in mich setzt.

Wie sieht dein Ausbildungsalltag aus?
Erst einmal möchte ich etwas zum Schulalltag sagen. Der ist im Prinzip wie ihn wohl jeder von seiner Schulzeit kennt: früh um 8:00 Uhr ist Unterrichtsbeginn und 15:00 Uhr Schulschluss. Neben normalem Unterricht bei den Dozenten der Schule, kommen auch häufig externe Dozenten, wie zum Beispiel Ärzte oder Anwälte, um ihr jeweiliges Fachgebiet zu unterrichten. Um die erlernte Theorie zu festigen, hat man Praxistage, an denen man in kleinen Gruppen Fallbeispiele unter den Augen von erfahrenem Fachpersonal durchspielt. So erfährt man schon früh, wie es ist ein Rettungsteam zu führen.

Der Alltag auf der Wache beginnt bei uns früh um 7:00 Uhr mit dem Check der Fahrzeuge; also den Medizingeräten, dem Material und der Fahrzeugtechnik. Es kann einem nichts Schlimmeres passieren, als bei einem Notfallpatienten zu stehen und auf einmal geht das EKG nicht oder man hat das benötigte Medikament nicht dabei. Nach dem Check heißt es dann warten bis der Pieper angeht und man zum Einsatz fahren muss. Beim Großteil der Ausbildung fährt man als Dritter auf einem RTW mit und wird, je nachdem was man schon in der Schule gelernt hat und was man sich zutraut, in die Einsätze eingebunden. Das kann vom Blutdruck messen am Anfang bis zum alleinigen leiten von Einsätzen reichen. Nach dem Einsatz muss das verbrauchte Material aufgefüllt und je nach Einsatz auch das Fahrzeug gereinigt werden. So läuft dann quasi der Tag ab bis man gegen 19:00 Uhr seine Schicht fertig hat und nach Haus gehen kann.

Warum sollen Schulabgänger/innen sich für Deinen Beruf entscheiden? 
Ich denke der Beruf ist für jeden etwas, der sich schon immer in der Notfallmedizin gesehen hat oder einen sozialen Beruf ergreifen will, der sehr abwechslungsreich sein kann. Wie ich schon vorhin erwähnt habe, kann man sehr viel Freude und Erfüllung darin finden, wenn man einem Menschen in Not helfen kann. Das Vertrauen, das einem entgegengebracht wird, ist wirklich unglaublich und eine riesige Motivation immer bestmögliche Leistung zu bringen. An dieser Stelle sei aber auch direkt gesagt, dass man sich der Verantwortung und der Belastung einer solchen Arbeit bewusst sein muss.

Wo siehst du dich in 10 Jahren? 
In 10 Jahren werde ich hoffentlich der bestmögliche Notfallsanitäter sein, der ich sein kann. Ich hoffe, dass ich Praxisanleiter bin, um die zukünftigen Auszubildenden so gut wie möglich auf ihren Beruf vorzubereiten und ihnen bei jedem Schritt ihrer Ausbildung zur Seite zu stehen.

Was ist dir anfangs schwergefallen? Was ist bei deiner Ausbildung/deinem Beruf anstrengend? 
Ein Beruf im Rettungsdienst ist generell sehr anspruchsvoll anstrengend, dessen sollte man sich vorher bewusst sein. Ich denke der größte Stressfaktor ist der Schichtdienst, den man in vielen Berufen der Gesundheitsbranche hat, was auch die Arbeit an Wochenenden und Feiertagen einschließt. Man kann an diesen Tagen nicht immer was mit Familie oder unternehmen kann und man muss in der Lage sein auch früh um 3:00 Uhr, selbst wenn man todmüde ist, mit absoluter Konzentration seine Arbeit zu verrichten. Denn ein Herzinfarkt oder ein Autounfall kennt weder Tag noch Uhrzeit. Stress und auch psychisch belastende Einsätze sind ein stetiger Wegbegleiter im Rettungsdienst und man muss einen guten Weg finden dies zu verarbeiten, da man sonst schnell selbst daran zerbricht. Was mir jetzt schon während meiner Ausbildung aufgefallen ist, dass die Motivation ein großes Problem sein kann, da man immer häufiger zu "Kleinkram" oder "Taxifahrten" gerufen wird. Ja teilweise wird man wirklich als kostenloses Taxi missbraucht, aber man sollte einen Einsatz nie als "Kleimkram" abtun, denn auch wenn die Situation für einen selbst undramatisch erscheint und man nicht den Rettungsdienst gerufen hätte, für den Patienten ist es ein Notfall und er vertraut euch, dass ihr ihm helft.

Was ist dir anfangs leicht gefallen? Was macht dir bei deiner Ausbildung am meisten Spaß? 
Obwohl die Arbeit im Rettungsdienst teilweise sehr stressig und belastend sein kann, kann ich mir keinen besseren Beruf als den des Notfallsanitäters vorstellen. Wenn ich früh aufstehe und zur Rettungswache gehe, weiß ich nicht was mich an diesem Tag erwarten wird. Die Abwechslung, die einem immer wieder geboten wird, ist etwas, was ich in nahezu keinem anderen Beruf in diesem Ausmaß erfahren kann. Das Wissen, dass ich Menschen in ihrer Not helfen kann und sie mir vertrauen, ist immer wieder Motivation und Bestätigung, dass ich die richtige Ausbildung gewählt habe.

 

Hier erfährst du das Wichtigste zum Beruf Notfallsanitäter/in

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