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Heilerziehungspfleger/in |

Man muss gleichzeitig Nähe zeigen und Distanz wahren

Nicola Linke hat vor zwei Wochen ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin bei Campus begonnen. Erfahrung hat die 20-Jährige aber schon während ihres Freiwilligen Sozialen Jahrs gesammelt. Sie weiß: Das ist ihre Berufung.

Name: Nicola Linke

Alter: 20

Ausbildung: Heilerziehungspflegerin

Arbeitgeber: Campus Berufsbildung e.V.

 

Was war deine Motivation, deinen Beruf zu ergreifen?

Nach der Schule habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen gemacht. Das hat mir sehr gefallen und dabei habe ich gemerkt: Ich habe da gewisse Kompetenzen, kann gut mit den Klienten umgehen. Zum Ende habe ich dann meine Kollegen gefragt, was für Ausbildungen sie gemacht haben – und mich für die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin entschieden.

Wie sieht dein Ausbildungsalltag aus?

In der Einrichtung habe ich immer um 9 Uhr angefangen. Da haben wir die Klienten geweckt und das Frühstück vorbereitet. Anschließend waren wir einkaufen und haben das Mittagessen zubereitet. Danach wurde gespielt, spazieren gegangen und die Zimmer aufgeräumt. Musste jemand zum Arzt oder zum Amt, sind wir auch dorthin mitgegangen. Kurz: Wir haben die Klienten durch das alltägliche Leben begleitet. Das Schöne ist, dass die Arbeit sehr abwechslungsreich ist. Die Tagesstruktur ist nicht so eintönig. Man erlebt und lernt jeden Tag etwas Neues.

Was ist dir anfangs schwergefallen? Was ist bei deiner Ausbildung/deinem Beruf anstrengend?

Anfangs ist es mir schwergefallen, die Nähe und gleichzeitig die Distanz zu wahren. Da muss man auch mal sagen: Bis hierhin und nicht weiter. Und man darf die Dinge nicht mit nach Hause nehmen, muss loslassen können und nicht allzu sehr darüber nachdenken. Das konnte ich am Anfang gar nicht; aber da habe ich auch dazugelernt.

Was ist dir anfangs leicht gefallen? Was macht dir bei deiner Ausbildung/deinem Beruf am meisten Spaß? 

Leicht gefallen ist mir dagegen, diese Menschen nicht als Menschen mit psychischen Erkrankungen zu sehen, sondern sie genauso zu behandeln wie jeden anderen Menschen auch. Ich bin da sehr offen und entspannt.

Wie sieht deine Ausbildung aus?

Die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin ist rein schulisch; aber es gibt in den drei Ausbildungsjahren drei mehrwöchige Praktika. Das ist super, denn in der Schule lernen wir zwar viel, allerdings ja nur theoretisch. Dieses Wissen will ja auch in der Praxis angewandt werden. Ob ich diese Praktika in meiner alten Einrichtung mache, weiß ich allerdings noch nicht. Es wäre zwar schön, dorthin zurückzukehren. Es wäre aber auch schön, neue Erfahrungen zu machen.

Was rätst du anderen Schulabgängern/Schulabgängerinnen, die sich für eine solche Ausbildung interessieren?

Sie sollten auf jeden Fall vorher etwas Praktisches machen, um zu gucken, ob dieser Beruf wirklich das ist, was sie machen möchten. Denn die Arbeit mit Menschen ist nicht immer einfach. Und Heilerziehungspfleger ist mehr eine Berufung als ein Beruf.

 

Hier erfährst du das Wichtigste zum Beruf Heilerziehungspfleger/in

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