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Erzieher/in |

„Kinder müssen auch männliche Rollenbilder erleben."

Seit 2004 ist Urs Reuber staatlich anerkannter Erzieher. Als Exot im Frauenberuf sieht er sich selbst jedoch nicht. Vielmehr übernimmt er eine wichtige Rolle in seiner Kita – sowohl für die Kinder als auch für deren Väter.

 

 

Name: Urs Reuber

Alter: 34

Ausbildung: Erzieher

Arbeitgeber: KiTa / Familienzentrum Kastanienallee im Pestalozzi-Fröbel-Haus im Westend

Warum sind Sie Erzieher geworden?

Es ist unheimlich bereichernd und gewinnbringend, Kinder in diesem Alter zu begleiten. Das ist viel mehr als Füttern, Wickeln, Schlafen legen – das ist echte Beziehungsarbeit. Ich selbst hatte als Kindergartenkind einen männlichen Erzieher – damals war das noch seltener als heute. Aber bei ihm habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Und noch heute denke ich gerne an meine Kindergartenzeit zurück und weiß, wie wichtig es ist, dass Kinder beides – also auch männliche Rollenbilder und Rollenidentitäten erleben. 

Leben Sie denn den Kindern die klassischen Geschlechterklischees vor?

Nein, wir wollen das Gegenteil erreichen. Meine Kolleginnen und ich, wir leben den Kindern vor, dass es keine typisch männlichen oder typisch weiblichen Fähigkeiten gibt. Ich musiziere zum Beispiel gerne mit den Kindern, wir schauen uns Bilderbücher an, spielen aber auch gerne Fußball. 

Und wie läuft es mit den Kolleginnen?

Ich habe mich sowohl von den Kollegen, als auch von den Kindern und deren Eltern immer gut angenommen gefühlt. Da gab es keine Vorurteile. Aber natürlich wäre es wünschenswert, wenn in einer größeren Kita wie der Kastanienallee in jeder Abteilung ein männlicher Erzieher den Kindern und Eltern als Bezugsperson zur Verfügung stehen würde.

Sie haben als Mann ja auch immer die Väter im Blick, die sonst schnell mal vergessen werden.

Genau. Die Väterarbeit ist mir auch besonders wichtig. Im neuentstandenen Familienzentrum engagiere ich mich deshalb auch besonders für die Väter. Zum Beispiel habe ich ein Vater-Kind-Frühstück geschaffen, um eine Austauschmöglichkeit für die Väter und ihre Kinder zu schaffen.

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